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„Reicht ein Coaching oder brauche ich Therapie?“

Aktualisiert: 26. Jan.



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Coaching und Psychotherapie sind klar von sehr verschieden - oder nicht? Die offensichtlichen Unterschiede sind auf den zweiten Blick nicht mehr so klar. Dennoch macht die Unterscheidung Sinn und eine kleine Faustregel hilft, bei der Frage, was ich brauche.


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„Reicht ein Coaching oder stimmt mit mir was nicht“ - So oder ähnlich klingt für mich die implizite Frage, die vielen Anfragen mitschwingt. Therapie ist noch immer mit Stigmatisierung verbunden. Man ist geisteskrank, verrückt. Coaching hingegen ist zwar inzwischen etwas inflationär und ein kaum geregelter Bereich. Doch ist die Assoziation deutlich positiver oder zumindest neutraler. In einigen Kontexten hat man gar einen Coach, wenn man etwas auf sich hält. Doch selbst wenn man wider Willen beim Coach landet, etwa wenn der Vorgesetzte der Meinung ist, man möge an seiner Kommunikationsfähigkeit arbeiten, so ist Coaching bei Weitem nicht so stigmatisierend. Wer zum Coach geht ist ‚normal‘. Wer zum Therapeuten geht ist, nunja, psychisch krank oder gar verrückt. Trotzdem - oder gerade deshalb - stellt sich die Frage, wo man als Klient denn nun hingehen soll? Braucht man Therapie oder reicht "ein Coaching".


Coaching und Therapie unterscheiden sich grundlegend!?


Diese Frage ist auf den ersten Blick recht leicht zu beantworten. Coaching und Psychotherapie, so der Konsens, haben nicht viel miteinander zu tun. Das eine ist ein Verfahren zur Leistungsoptimierung vor allem für Manager. Es ist organisationsbezogene Beratung (Kühl, 2008). Psychotherapie hingegen ist Krankenbehandlung. Coaching ist lösungsorientiert und schaut in die Zukunft. Therapie schaut auf Probleme, die in der Vergangenheit liegen. Coaching bleibt an der Oberfläche. Therapie geht in die Tiefe. Coaching hat etwas mit Organisationen und Beruf zu tun. Therapie bezieht sich eher auf das private.


Entsprechend kommen unterschiedliche Menschen zu Coaching und Psycho- oder Familientherapie. Auf der einen Seite gibt es Patienten, die an einer diagnostizierbaren psychischen Störung leiden. Sie sind etwa depressiv, magersüchtig, alkoholabhängig oder dergleichen. Patienten haben Leidensdruck und haben deutliche Funktionsausfälle im Alltag (so schon Parsons, 1949). Sie haben ein Problem, das gelöst werden muss und das von der Diagnose vorgegeben wird.


Auf der anderen Seite gibt es Klienten im Coaching. Klienten sind geistig gesund. Sie haben keine diagnostizierbare Störung und keinen Leidensdruck. Sie sind vielmehr auf die Zukunft hin ausgerichtet. Sie funktionieren gut im Alltag und wollen ihre Performance optimieren. Ihr Anliegen bestimmen Klienten selbst.


Diesem Unterschied entspricht auch die Finanzierung. Coaches werden von den Klienten selbst oder von der Firma gezahlt. Psychotherapie tragen die Krankenkassen.


Gemeinsamkeiten liegen vor allem in der Anwendung ähnlicher Methoden und Verfahren und dem grundlegenden Setting. Man spricht mit einem Experten über das eigene Erleben, Denken und Handeln und sucht danach, dieses zu ändern.


Tatsächlich hat diese Unterscheidung eine gewisse Plausibilität, wenn man die extremen Ausprägungen von Psychotherapie und Coaching vergleicht. Eine jahrelange Psychoanalyse hat nicht nur ein völlig anderes Vorgehen, sondern auch einen völlig anderen Umfang als Coaching. Sie ist nicht ziel- und lösungsorientiert. Verhaltenstherapie in einem psychiatrischen Setting ist auch anders strukturiert als Coaching. In der Therapie werden Störungsmodelle und Techniken zur Symptomreduktion vermittelt. Die Methoden sind auf die Diagnose abgestimmt. Im Coaching hingegen arbeiten beide Seiten stärker auf Augenhöhe. Die Ziele werden durch den Klienten vorgegeben.



Coaching und Therapie sind gleichermaßen an Zielen und Zukunft interessiert



Bei näherer Betrachtung ist die Sache jedoch nicht mehr so einfach, insbesondere, wenn man in den Alltag jenseits traditioneller Psychoanalyse und Psychiatrie blickt. Das beginnt bereits mit der Unterscheidung von Diagnose in der Therapie und Ziel im Coaching. Um eine Psychtherapie über Kasse abrechnen zu wollen, braucht man zwar eine Diagnose. Gute Psychotherapie im ambulanten Setting sieht in der Praxis jedoch recht schnell von der Diagnose ab sein (Yalom, 2011, S. 15f). Sie orientiert sich stattdessen an den Zielen der Patienten/Klienten. Es ist wichtig, nicht die ‚Krankheit‘ zu behandeln, sondern mit den Patienten an ihren eigenen Zielen zu arbeiten. „Das Mädchen ist nicht anorektisch. Das ist ein Mädchen, das nicht isst“, sagte einmal sinngemäß Minuchin zu einem Kollegen.


Diesen Zustand verlassen kann ich zudem erst, wenn ich eine Idee davon habe, wo ich hin will. Die Abwesenheit von Symptomen motiviert kaum. Die Idee einer besseren Zukunft jedoch schon. Selbst die Verhaltenstherapie war in ihrer Anfangszeit, bevor sie in die Bedürfnisse der Kassen und Psychiatrien eingepasst wurde, an den Zielen der Klienten orientiert (Jaeggi, 1983, S. 60ff). Der Unterschied zwischen Coaching und Therapie (auch Familien- und Paartherapie) besteht hier nur auf den ersten Blick. In beiden Fällen sitzen dort Menschen, die sich ändern wollen und die Ziele ihrer Änderung verfolgen.


Das schließt nicht aus, dass es mit manchen Menschen schwerer ist, Ziele zu definieren als mit anderen. Depressive Patienten haben Probleme, überhaupt Ziele zu definieren. Manische haben Probleme, realistische Ziele zu definieren. Doch auch jene Menschen, die kein Problem haben, realistische Ziele zu formulieren, haben häufig ein Problem damit, jene Ziele zu formulieren, die ihnen gut tun oder gar - so paradox es klingt - Ziele zu formulieren, die sie tatsächlich ihrem Ziel näher bringen.


Letztlich müssen wir in beiden Prozessen genau daran arbeiten, welche Ziele wir verfolgen wollen. Denn unsere Ziele werden zumeist von unserem Unbewussten vorgegeben. Sie sind emotional gesättigt und werden im Nachhinein logisch begründet. Auch im Coaching muss ich also sehr viel Zeit darauf verwenden, eine gute Auftrags- und Zielklärung zu machen.


Nicht selten habe ich Klienten, die enttäuscht von einem zurückliegenden Coaching berichten, in dem sie vorschnell mit allerlei Optimierungstools traktiert wurden. Es ging ihnen jedoch um etwas anderes. Doch das war ihnen selbst nicht klar. Der Unterschied zwischen Therapie und Coaching ist hier sicher vorhanden. Er ist aber nicht grundsätzlich.



Psychische Krankheit kann uns sogar funktionsfähiger machen


Therapeutische Prozesse sind also im Hinblick auf Ziel- und Zukunftsorientierung idealer Weise gar nicht so unterschiedlich von Coachingprozessen. Klienten im Coaching, könnte man nun sagen, um den Unterschied scharf zu stellen, zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass sie im Alltag voll funktionsfähig sind. Patienten sind das nicht. Auf der einen Seite steht der leistungsfähige Manager. Auf der anderen Seite der depressive Patient, der das Bett nicht mehr verlassen kann.


Man kann jedoch mit einer ganzen Menge Funktionsausfälle sehr funktional sein kann. Nicht selten ist der Funktionsausfall an einer Stelle sogar ein wichtiger Faktor in die überdurchschnittliche Funktionsfähigkeit an anderer Stelle. Man denke hier etwa an den kokainsüchtigen Neurochirurgen, der auch nach 20 Stunden im OP noch konzentriert arbeiten muss oder den Manager, den seine Persönlichkeitsstörung überhaupt erst auf die Erfolgsspur gesetzt hat (Spurk et al., 2016). Kokain hält leistungsfähig. Benzodiazepine sorgen dafür, dass man dennoch schlafen kann. Die abendliche Flasche Wein lässt den Arbeitsstress vergessen. Die histrionische und narzisstische Persönlichkeitsstörung schafft die Voraussetzung für den Erfolg vor dem Publikum und die Motivation, sich immer weiter nach oben zu kämpfen. Eine antisoziale Persönlichkeitsstörung hilft dabei, sich rücksichtslos nach oben zu boxen.


Entsprechend können immer wieder Klienten mit ernsthaften Erkrankungen im Coaching landen. Bei bestimmten Störungsbildern ist es sogar wahrscheinlicher, dass die Betroffenen nicht beim Therapeuten, sondern im Coaching landen - man denke an narzisstisch Leidende (Eidenschink 2023). Das klinische Problem wird dann irgendwie mitgearbeitet, weil es sich selten umgehen lässt. An der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit kann ich nur arbeiten, wenn ich die Persönlichkeitsstörung im Hintergrund mit thematisiere. Es gibt also durchaus Menschen mit psychischen Störungen, die sich wegen der Probleme coachen lassen, die sie aufgrund ihrer (zumeist nicht diagnostizierten) Störung haben.


Umgekehrt gibt es durchaus Klienten, die mit Funktionsausfällen im Alltag zu kämpfen haben, allerdings nicht psychisch krank sind – man denke etwa an einen etwas lebensfremden Studenten, der gerade zum ersten Mal in einer eigenen Wohnung lebt und weder putzen noch kochen kann. Die anfallenden Probleme wären wohl eher etwas für einen Haushaltscoach, denn für einen Psychotherapeuten.


Am Ende gründet jede Selbstoptimierung auf einem zumindest teilweisen Funktionsausfall. Wenn ich mit einem bestimmten Mitarbeiter keinen angemessenen Umgang finde, funktioniere ich nicht voll als Führungskraft. Wenn ich besser in der Öffentlichkeit sprechen möchte, entspricht meine Funktion hier nicht meinen Erwartungen. Schickt mich mein Chef, weil ich cholerische Anfälle bekomme... nunja, man könnte das auch Psychotherapie im Zwangskontext nennen. In jedem der genannten Fälle haben wir es mit der Nichterfüllung oder der nicht ausreichenden Erfüllung von Erwartungen zu tun. Und Funktionsausfall definiert sich nur über die Erwartung.


Was für diejenigen, die auf der Suche nach Coaching oder Therapie noch erschwerend hinzu kommt, ist der schlichte Umstand, dass die Diagnose erst in der Therapie gestellt wird (und auch da häufig erst irgendwann im Verlauf) und dass Coaches überhaupt nicht diagnostizieren. Man muss also eigentlich zuerst eine Diagnose haben, um sich entscheiden zu können.



Dangers of the deep


Was bleibt also? Die Tiefe. Eine psychische Störung ist auf Erlebnisse in der Kindheit zurückzuführen, auf Traumata und dergleichen. Diese müssen aufgearbeitet werden. Man müsse in die ‚Tiefe‘ gehen.


Diese Vorstellung ist so alt wie die moderne Psychotherapie und stark psychoanalytisch geprägt. Das macht sie nicht falsch. Tatsächlich sollte man die Muster seines Denkens, Fühlens und Handelns kennen. Es hilft auch, Erklärungen dafür zu haben, woher sie kommen. Man kann sich dann sagen: Ah, ja, kenne ich. Man kann auch eine Idee davon haben, was man als Kind gebraucht hätte um zu wissen, was heute fehlt. Es gibt sogar Probleme, die über Generationen vererbt werden.


Jedoch ist es nur bedingt hilfreich, alles in der Biographie zu suchen und auf das Problem zu schauen. Man läuft damit zum einen Gefahr, in einer Problemtrance zu versinken. Je mehr man über das Problem redet, desto weniger denkt man an Lösungen. Je mehr Störung man sieht, desto weniger Ressourcen und Stärken sieht man. Die Vergangenheit wird erdrückend. Man kann sie nicht mehr ändern und das Leben erscheint düster und aussichtslos.


Der Fokus auf die Vergangenheit führt zudem häufig dazu, dass man die Gegenwart übersieht. Eine Depression kann ebenso ihren Ursprung in einer Paardynamik haben, wie in einer Biographie. Dabei hängt die Wahl des Partners wahrscheinlich mit der eigenen Biographie zusammen. An der Paardynamik kann man jedoch leichter etwas ändern, als an der Vergangenheit. Es bietet sich daher an, dort die meiste Aufmerksamkeit einzusetzen, wo sich etwas tun lässt.


Umgekehrt wird es problematisch, wenn ich mich im Coaching zu stark auf Gegenwart und Zukunft konzentriere. Wenn ich nicht weiß, woher eine problematische Verhaltensweise kommt, in welchem Kontext sie schon einmal aufgetreten ist und welche Erinnerungen mit ihr assoziiert sind, laufe ich Gefahr, im Prozess stecken zu bleiben. Ich erwähnte jene Klienten, die zu mir kommen und bereits vorschnell mit Optimierungstools traktiert worden sind. Das hat auch immer etwas damit zu tun, dass ich kein Verständnis für das Problem erarbeitet habe.


Für beide Prozesse gilt also, dass die Vergangenheit und das gegenwärtige Problem verstanden werden müssen. Auf der anderen Seite sollte sich der Prozess an einer besseren Zukunft orientieren und Ressourcen in den Blick nehmen. Denn erst, wenn ich weiß, dass ich nicht von meiner Vergangenheit beherrscht bin und Stärken habe, bekomme ich ein Gefühl von Selbstwirksamkeit. Und erst ein Gefühl von Selbstwirksamkeit erlaubt Veränderung. .



Coaching setzt Fachwissen im Bereich Organisation und Führung voraus


Das alles hilft jedoch nichts, wenn man als Klientin nicht den richtigen Ansprechpartner findet. Und hier macht die Unterscheidung wieder Sinn. Auch wenn es auf der praktischen Seite zwischen Therapie und Coaching in vielerlei Hinsicht wenig eindeutige Unterschiede gibt, so gibt es doch sehr viele praktische Unterschiede auf Seite der Qualifikation und dem Zugang. Leide ich an meiner Sucht, so sollte mir klar sein, dass ich jemanden aufsuche, der sich mit diesem Problem auskennt. Möchte ich besser mit meinen Mitarbeitern kommunizieren, sollte ich jemanden suchen, der sich damit auskennt. Im einen Fall brauche ich klinisches Wissen. Im anderen Fall brauche ich Wissen über Organisation und Führung. Denn selbst, wenn die Prozesse ähnlich laufen - sie tun es nur, weil im Hintergrund entsprechendes Wissen abläuft, weil die richtige Sprache gesprochen wird.


Man muss also wissen, was man erwarten kann - zumindest in etwa. Auf der anderen Seite muss man eben auch wissen, was man kann. Coaching ist keine Psychotherapie 'light'. Ich kenne einige tiefenpsychologisch arbeitende Kollegen, die kein Coaching anbieten, weil sie sagen, dass dies nicht ihre Expertise ist. Coaching ist keine Psychotherapie im Unternehmenskontext. Trauma, Anorexie, dissoziative Persönlichkeitsstörungen etc. sind Probleme, die Spezialwissen fordern, von dem allerdings jeder Coach soviel haben sollte, um die entsprechenden Klienten weiter verweisen soll.. Der Kontext unterscheidet sich.


Damit wären wir beim ersten Punkt: Wenn ihr Anliegen mit Fragen der Organisation und der Führung zu tun hat, suchen sie sich einen Coach, der sich damit auskennt. Sie haben immer wieder Konflikte mit ihren Mitarbeitern - aber nicht mit Frau und Familie. Sie fühlen sich auf der Arbeit überfordert oder blockiert, stecken fest und kommen nicht weiter, haben aber im Privatleben kein Problem? Suchen sie sich einen Coach. Der Kontext macht also den ersten Unterschied.



Willkürliches und unwillkürliches Handeln: Eine Faustregel zur Unterscheidung


Darüber hinaus antworte ich auf die Frage "Therapie oder Coaching" gerne mit der Unterscheidung zwischen Willkürlichkeit und Unwillkürlichkeit. Stellen Sie sich die Frage, ob sie grade Herr oder Herrin ihrer selbst sind. Wenn ein Problem durch willkürliches Handeln ausgelöst wird, ich das Handeln also bewusst ändern kann, aber nicht weiß wie und in was, bin ich bei einem Coach gut aufgehoben. Stelle ich mir beispielsweise die Frage, wie ich einen als problematisch empfundenen Mitarbeiter in ein Team integrieren soll, ist das eine Frage für ein Coaching. Möchte ich gerne besser und erfolgreicher mein Gehalt verhandeln, dann ist das eine Frage für ein Coaching. Brauche ich eine Strategie, um einen Konflikt im mittleren Management zu lösen, bespreche ich das mit einem Coach.


Umgekehrt gilt, dass zu einem Therapeuten gehen sollte, wer mit unwillkürlichem Handeln konfrontiert ist. Wenn Sie etwas tun, das sie scheinbar überkommt, das sie für irrational halten, das sie aber nicht kontrollieren können, sind sie vermutlich bei einem Therapeuten besser aufgehoben.. Wenn sie etwas unterlassen oder nicht tun können, obwohl sie es machen möchten, aber nicht verstehen, warum sie es nicht schaffen, suchen sie sich einen Therapeuten.. Wenn ihr Körper unwillkürliche Reaktionen zeigt, wenn sie plötzlich zittern, wenn sie blockieren, wenn sie dissoziieren: Therapie.


So einfach ist das alles nicht


Hier wird es aber auch schon wieder kompliziert. Was etwa mache ich, wenn ich die Kontrolle nur in der Firma verliere? Wenn etwa meine Mitarbeiter sich zurückziehen, weil ich regelmäßig die Selbstkontrolle verliere, sie anschreie und mit Gegenständen werfe, sonst aber lammfromm bin. Was, wenn ich mein Gehalt nicht verhandelt bekomme, weil meine Hände zu zittern beginnen, sobald ich nur an das Gespräch denke? Was also, wenn sich mein unwillkürliches Verhalten nur Arbeitskontext zeigt?


Umgekehrt stellt sich die Frage, was ich mache, wenn ich praktische Ratschläge brauche, wie ich mit meinem pubertierenden Sohn umgehen soll. Das ist nicht unbedingt ein Fall für Therapie, sondern eher einer für eine Erziehungsberatung. Letztlich wird es immer eine Grauzone zwischen Therapie und Coaching (und anderen Formaten wie Supervision und Beratung) geben. Das ist vermutlich gar nicht anders möglich. Die Unterscheidung zwischen Coaching und Therapie wird deswegen jedoch nicht überflüssig. Es verhält sich mit ihr jedoch ein wenig wie mit der Diagnose: Sie gestaltet den Rahmen und sollte im Prozess selbst keine große Rolle mehr spielen. Solange ihr Therapeut oder Coach, weiß, was er oder sie kann kann und was nicht kann, ist es möglich, maßgeschneiderte Lösungen zu entwerfen, die manchmal eher einen 'therapeutischeren' und manchmal eher einen Coaching-Charakter haben werden. Wie diese dann im Nachhinein genannt werden, bleibt jedem selbst überlassen.





Literatur


Eidenschink, K (2023): Es gibt keine Narzissten! Nur Menschen in narzisstischen Nöten. Carl Auer

Finzen, A. (2018). Normalität: Die ungezähmte Kategorie in Psychiatrie und Gesellschaft (1. Auflage). Psychiatrie Verlag.

Jaeggi, E. (1983). Wir Menschenbummler: Autobiographie einer Psychotherapeutin. Beltz.

Kühl, S. (2008). Coaching und Supervision: Zur personenorientierten Beratung in Organisationen (1. Aufl). VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Parsons, T. (1949). The Professions in Social Structure. The Free Press of Glencoe.

Spurk, D., Keller, A. C., & Hirschi, A. (2016). Do Bad Guys Get Ahead or Fall Behind? Relationships of the Dark Triad of Personality With Objective and Subjective Career Success. Social Psychological and Personality Science, 7(2), 113–121. https://doi.org/10.1177/1948550615609735

Yalom, I. D. (2011). The gift of therapy. Hachette UK.





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